Der Grund und die Lösung des Impostor Syndromes: Es gibt Generalisten und es gibt Spezialisten. Finde heraus was du bist. Suche nach den richtigen Gelegenheiten deine Fähigkeiten zum Tragen zu bringen.

Dazu vorweg eine Einordnung von Charaktertypen:

Generalist*in

Hast du sehr viele unterschiedliche Interessen? Lässt du verstandene/gelöste Probleme hinter dir und suchst ein neues? Hast du einen Überblick über komplexe Zusammenhänge und macht es dir Spaß die verschiedenen Enden der Teilaspekte zusammenzuführen? Verknüpfst du gerne Menschen miteinander von denen du glaubst, dass sie einander weiterbringen können?

Wenn du eine oder mehrere dieser Fragen mit "Ja" beantwortest, stehen die Chancen gut, dass du ein Generalist bist.

Die schlechte Nachricht: Wenn du Generalist*in bist, werden dir auch Gedanken bekannt vorkommen, wie: "Ich kann alles so ein bisschen, aber nichts richtig!", "Ich gehör nirgendwo so richtig rein.", "Ich habe das was ich kann doch gar nicht gelernt und kein Recht darauf es anzuwenden."

Spezialist*in

Kannst du dich stundenlang mit einer Sache beschäftigen? Hast du die Geduld etwas bis zum Ende umzusetzen, egal wie schwierig es ist? Du bist stolz darauf mit deinem Fachwissen zum Projekterfolg beitragen zu können? Macht es dir Spaß mit anderen über dein Fachthema bis ins kleinste Detail zu sprechen? Machst du deine Aufgabe gerne, möchtest aber auf keinen Fall eine Führungsrolle haben?

Wenn du eine oder mehrere dieser Fragen mit "Ja" beantwortest, stehen die Chancen gut, dass du ein Spezialist bist.

Die schlechte Nachricht: Wenn du Spezialist*in bist, werden dir auch Gedanken bekannt vorkommen, wie: "Das ist doch selbstverständlich.", "Ich habe nur meinen Job gemacht.", "Das geht nicht." als Ersatz für "Ich kann das nicht."

Impostor

Hochstapelei ist der Prozess vorzugeben jemand anderes zu sein als man ist, um sich daran zu bereichern. Das bloße Gefühl Hochstapler*in zu sein, ohne dass es dafür objektive Kriterien oder Hinweise gibt, nennt man Impostor Syndrome. Oft verbunden mit dem Gefühl "Irgendwann müssen die doch merken, dass ich sie alle nur blende."

Interessanterweise entsteht Impostor Syndrome in beiden oben genannten Stereotypen. Woran liegt das?

Menschen neigen dazu ihre Fähigkeiten als gegeben wahrzunehmen und keinen besonderen Stolz darauf zu entwickeln. In deinem Kopf entsteht kein Hindernis, wenn du etwas Bekanntes und Geübtes tust, du tust es und nimmst maximal unterbewusst wahr, dass du es gerade machen konntest. Wenn du etwas nicht kannst, setzt dein Verstand ein und überlegt sich Strategien, das Problem trotzdem zu lösen. Am Ende beschäftigst du dich also bewusst viel mehr damit, was du nicht kannst, als damit, was du kannst. Die Folge daraus, du vergleichst dich mit Menschen, die das was du nicht kannst können, aber nicht mit Menschen, die nicht können was du kannst. Und durch diese kognitive Verzerrung entsteht das Impostor Syndrome.

Was tun?

  1. Um mit dem Impostor Syndrome umzugehen, ist die Reduktion der Situationen sinnvoll, in denen du etwas tun musst, dass du nicht kannst. Finde also heraus, ob du Generalist*in oder Spezialist*in bist und rede offen darüber. Suche dir Aufgaben / Anstellungen, die deinen Typ verlangen. Sprich diese Kategorien im Bewerbungsgespräch ruhig an.
  2. Wenn dich jemand für deine Arbeit lobt und du denkst: "Das war doch selbstverständlich", antworte ab heute: "Danke für das Lob, ich mache das auch wirklich gerne *Lächeln*"
  3. Wenn du selber merkst, dass du gerade etwas schwieriges gut gemeistert hast, erzähle anderen mit Stolz davon. Bei Team Errungenschaften, erzähle von der Errungenschaft und hebe deinen Beitrag mit besonderem Stolz hervor.
  4. Wenn du einen Menschen triffst, von dem du glaubst, dass er in der falschen Gruppe arbeitet, gib diesen Blogpost weiter.