Texte haben eine Stimmung. Allerdings wird diese anders als bei persönlichen Gesprächen nicht etwa durch Mimik und Gestik sondern durch Nuancen in der Wortwahl und im Satzbau generiert. Nicht zuletzt spielt die Stimmung der Empfänger eine wichtige Rolle. Um mit deinen Texten genau den richtigen Nerv deines Gegenübers zu treffen, stelle ich dir zwei Werkzeuge vor, die dir dabei helfen.


Mindset

Bevor du einen Text schreibst, der dringend positiv aufgefasst werden soll. Beantworte für dich folgende Fragen:
1. Was ist das Beste, das dir in den letzten 3 Wochen passiert ist?
2. Worauf freust du dich in den nächsten 2 Monaten am meisten?
3. Wem bist du diese Woche dankbar gewesen und wofür? (Falls du es der Person noch nicht mitgeteilt hast, jetzt is der perfekte Zeitpunkt kurz Danke zu sagen)

Wofür das Ganze? Wenn du jetzt beginnst, den Text zu schreiben (siehe unten), wirst du unterbewusst viel positivere Inhalte und Begriffe verwenden. Dieser Effekt ist keine rosarote-"wir leben alle in einer heilen Welt"-Brille, vielmehr schafft er es an der objektiven Faktenwelt, die um uns herum existiert, subjektiv positivere Eigenschaften zu finden und zu beschreiben.

And now smile and read on.

Texten

Beginne jetzt deinen Text zu schreiben und formuliere so, wie du mit jemandem sprechen würdest. Wenn du fertig bist, gehe den Text sorgfältig durch und überlege aus Sicht der Empfänger, ob Wörter, die du benutzt hast, eventuell negative Bedeutungen haben, und wenn ja, wie du sie durch positiver assoziierte Begriffe ersetzen kannst. Zum Beispiel wird aus "Kündigung" (negativ) das "Vertragsende"(neutral), aus "Problemen"(negativ) werden "Herausforderungen"(positiv) und aus "Kenntnissen"(neutral) werden "Fähigkeiten"(positiv). Das sind Muster auf die Menschen unbewusst reagieren und die Einfluss darauf haben, wie der weitere Lesefluss und die Wortbewertung (positiv/neutral/negativ) stattfinden.

Gehe noch einmal über den Text und schaue ob Negativ-Formulierungen positiv umgeschrieben werden können. "ABC ist mir nicht unbekannt" wird zu "Ich kenne mich mit ABC aus" oder "Ich habe mich bereits mit ABC beschäftigt".

Im letzten Durchgang überlege - wieder aus Empfängersicht - ob es formale Kriterien an die Sprache gibt (du hast den Text ja erstmal so aufgeschrieben, wie du ihn jemandem erzählen würdest) und du gegebenenfalls eine etwas distanziertere, formellere Art wählen solltest. Hierfür kannst du jetzt lediglich den Satzbau überarbeiten und Füllwörter herausstreichen. Dadurch hat dein finaler Text immer noch eine sehr positive Stimmung und erfüllt alle formellen Kriterien.

Abschlussbemerkung

Wie eingangs erwähnt, sind die oben genannten Methoden Werkzeuge. Sie helfen dir, die genannten Ziele zu erreichen, sie nehmen dir nicht die Arbeit ab. Gerade der erste Teil kann sehr anstrengend sein, dafür wird dich das Ergebnis überraschen.
(#clickbait) ;)

Dieser Post gehört zur Twitterserie #KarriereTippsMitPlant genauer zu diesem Post: https://twitter.com/PlantProgrammer/status/1150405665141248000